Im Technologiesektor, wie in der heutigen Finanzwelt, ist der Wandel die einzige Konstante. Viele der Schlüsseltechnologien heute und in der Zukunft werden derzeit bereits seitens der führenden Häuser der Anlagenfinanzierung genutzt.
Veröffentlicht am 27.10.2009
In diesem Artikel werde ich den Versuch starten ein paar dieser Schlüsseltechnologien zu identifizieren und in die Kristallkugel zu schauen mit dem Ziel herauszufinden, wie sie unsere Zukunft gestalten werden. In jedem Falle glaube ich daran, dass Technologie und Instrumente jeder Leasinggesellschaft in der einen oder anderen Form von Nutzen sein kann. Es liegt in der Hand einer jeden Gesellchaft in welchem Bereich Sie sich auf die Aufwand/ Nutzen-Kurve begeben möchten, vom Produktpionier zum Nutzer bereits in der Breite erprobter Technologien.
Geschäftsinformationen hebeln
Es ist leider wahr: das mit Abstand meistgenutzte Buchhaltungs- und Verwaltungssystem in aller Leasinggesellschaften ist MS-Excel. Damit ist sogar der erste Ansatzpunkt Geschäftsinformationen zu hebeln – nämlich alle Informationen zu bündeln – eine grosse Herausforderung für viele Unternehmen. Nun, mit Risikomanagement und dem Wunsch „böse Überraschungen“ vermeiden zu wollen ist dieser erste Ansatzpunkt wichtiger denn je. Darüber hinaus ist die Technologie für Geschäftsinformationen in aller Regel in der Lage Unternehmen, die Informationen zumindest an einem Ort gebündelt haben, dabei zu helfen überhaupt erst zu begreifen über welche Informationen sie verfügen. Eine einzige Deutungsebene für Daten herzustellen mit einheitlichem Dateiformat und die Schaffung von effizienten und wiederholbaren Prozessen, die es ermöglichen Informationen gezielt zu erhalten, aktualisieren und den entsprechenden Zugriff zu ermöglichen versetzt das Management erst in die Lage strukturierte Fragestellungen zu erarbeiten. Die Reportinginstrumente für Geschäftsinformationen, wie Business Objects oder Cognos, wenn richtig angewendet, bringen die Möglichkeit mit sich eine tiefgreifende und umfassende Analyse von Unternehmensdaten vorzunehmen.
Der nächste Schritt besteht dann für viele Unternehmen darin ein OLAP (Online Analytisches Processing) Tool anzuwenden, welches bedeutet, dass damit begonnen werden kann sich mit unstrukturierten Fragen zu beschäftigen, wie z.B.: was sind die Frühindikatoren für den frühen Zahlungsausfall eines Ihrer Kunden?Wenn ein interessantes Ergebnis der Datensuche erscheint, können sofortige vertiefende Analysen oder auf mehreren variablen basierende Analysen gefahren werden, die helfen zu verstehen, welche Abläufe in Ihrem Unternehmen vor sich gehen.
Ich glaube, dass die nächste Generation der Systeme für Geschäftsinformationen mehr Wert auf Echtzeitinformation legen wird, und damit mehr Wert auf Warnsensorik, wie Kontroll- und Überwachungsfunktionen legen wird. Das Unternehmen mit „Null-Verzug“ – in welchem Transaktionsdaten in Echtzeit sofort für Reporting und Analyse zur Verfügung steht – ist nicht unbedingt in allen Bereichen notwendig. Fakt ist jedoch dass je aktueller die Informationen sind, desto zeitnaher können Informationen gefällt werden. Verbunden mit Kontroll- und Überwachungsinstrumenten, die die wichtigsten relevanten Informationen für Sie darstellen, zusammen mit den Informationen die Sie erfragen sollten, präsentiert im Intranet des Unternehmens, publiziert auf den mobilen Endgeräte der relevanten Nutzer und mit entsprechender Verschlüsselung weltweit zugänglich – und es gibt keinen Grund mehr warum Sie ins Hintertreffen geraten sollten, wenn die nächste Woge bricht.
Prozessoptimierung
Prozesse zu einem Optimum zu trimmen ist eine Selbstverständlichkeit – sicherlich wollen Sie effiziente Prozesse! Effizienz ist jedoch nicht mehr unbedingt eine einfach zu greifende Masseinheit, die z.B. in Zeiteinheiten für geleistete Arbeit zur Erfüllung einer bestimmten Tätigkeit gefasst werden kann. Vielmehr sind es andere Masseinheiten, wie Kundenzufriedenheit und –erhalt, sowie ethische oder ökologische Standards, und der Einfluss auf kurz und langfristige Unternehmensrisiken und – profitabilität die in Betracht gezogen werden müssen. Gleichzeitig sind es häufig mehrere Nutzergruppen, gegliedert nach Funktion, Geographie, Vertriebskanal oder Warenspezialisierung, über den Erdball verstreut und jeder für sich verstrickt in einer Vielzahl von Unternehmensprozessen, die eine Tätigkeit ausüben müssen.
In dieser komplexeren Welt ist jedoch immernoch Raum für traditionelle – auf Papier basierender – Prozessanalyse und Verbesserungsprozessen, unterstützt durch Methoden Wie Six Sigma und Lean. Aber ohne Technologie wird die Anwendung und Durchsetzung solcher Verbesserungen sogar für das einfachste Unternehmen unmöglich. Die erste Technologieebene hier ist der Arbeitsprozess, wobei Tätigkeiten auf Individuen verteilt und systematisch im gesamten Unternehmen überwacht werden, vom Front durch das Middle zum Back Office, nahtlos und effizient. Darüber hinaus erlaubt die Anwendung komplexer Tätigkeitsleitung, inklusive parametrische Arbeitsschritte, Belastungsverteilung, „push & pull“ Prozessabläufe, parallele Tätigkeitsleitung und asynchrone Tätigkeitsabläufe eine effektivere Umsetzung von Arbeitsprozesstechnologie im gesamten Unternehmen. Zudem muss die Anwendung komplexer Tätigkeitsleitung lückenlos buchhalterisch dokumentierbar und nachvollziehbar sein mit jedem Arbeitsschritt und Wartezeiten, damit das unternehmensweite Instrument der Geschäftsinformation oder die Kontrollinstrumente jederzeit die Funktionen im Unternehmen überwachen und entsprechendes Reporting leisten können.
Im nächsten Entwicklungsschritt wird es durch Regelsteuerungsautomatismen für Geschäftsprozesse möglich sein auch die flexibelsten und sensibelsten automatisiert zu managen, sogar wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, die über die im Unternehmen über Jahre gesammelten Erfahrungen hinaus gehen. Schliesslich sehen wir uns heute in der Anwendung von „Champion vs Herausforderer“ Methoden, die auch altbewährtes in frage stellen und Arbeitsprozesse weiter verbessern oder neue Arbeitsprozesse entwickeln. In der Lage zu sein Alternativszenarien zu evaluieren und im Rahmen von Pilotversuchen diese im Kontrast mit den besten neugeschaffenen Prozessen zu hinterleuchten bringt die Möglichkeit einer steten Verfeinerung und Optmierung sämtlicher Geschäftsprozesse eines Leasingunternehmens.
Konfigurationsmöglichkeit
Leasingsysteme sind mittlerweile weit entfernt von den Anfängen als man nur einzelne Produkte, eine Währung, ein Prozesssystem fassen konnte und bei welchen jede Änderung von Hand durch Programmierer eingegeben weren musste, damit den individuellen Ansprüchen des einzelnen Leasinggebers Rechnung getragen werden konnte. Ein moderns System erlaubt dem Unternehmen eine Vielzahl von Produkten, in vielen Ländern, Währungen, Sprachen, Geographien und mehrfache Rechnungslegungsvorschriften Methoden zu bearbeiten. Tätigkeiten können rund um den Globus geleitet werden und innerhalb des Unternehmens nach Arbeitsprozessen den passendsten Nutzern zugeteilt werden. Das gesamte System can aufgesetzt werden die Bedürfnisse des Leasinggebers A genauso zu bedienen, wie die von B, C und Z, allesamt via parametrische und konfigurierbare Systeme, die durch Arbeitsprozesse und Prozessregeln geführt werden und nicht durch Sonderprogrammierungen basierend auf den Ansprüchen des letzten Kunden. Kernaufgaben und out-gesourcte Prozesse können kombiniert und vereint werden und werden mit der Zeit weiterentwickelt, so wie Geschäftsfunktionen und –informationen mittels internetbasierender Dienste und API Instrumente hin und her transferiert werden können. Aber selbst wenn diese Prozesse verbessert werden können, und dies auch passiert, die automatische Aufdeckung und Konfigurierung von Schnittstellen wird die Norm werden, so wie dies mit dem Bluetooth hinsichtlich drahtloser Verbindungen geschieht. Damit wird das Konfigurieren weniger die Aufgabe eines Technologieexperten, sondern eher die eines im Geschäft operativen Angestellten oder Analysten, welcher mithilfe von konventionellen Sprachschnittstellen und ‚drag and drop‘ Werkzeuge arbeitet. Wenn Sie wissen wollen, wie die Zukunft aussehen könnte sehen Sie auf Yahoo Pipes (pipes.yahoo.com) um eine Welt zu sehen bei welcher Endnutzer konfigurierbare Prozesse sammeln und weltweil gesammelte Daten so verändern, dass sie ihren persönlichen oder geschäftlichen Anforderungen genüge tun.
Soziales Networking
Mein letzter Punkt bezieht sich nicht auf Leasingsysteme generell, sondern auf einen Bereich, den ich dennoch für die Leasingindustrie als interessant erachte. Während viel Geschäftszeit mit ein paar wenigen persönlichen sozialen Netzwerkplattformen verschwendet wird (wie Facebook) gibt es einige Geschäftsnetzwerke, die den zeitlichen Aufwand wert sind (LinkedIn ist das bekannteste), weil dort Millionen von Berufstätigen (die – entgegen jeglicher Gerüchte – nicht auf Stellensuche sind) zusammen netzwerken und Informationen teilen, Meinungen diskutieren und auch dabei sind Geschäftstransaktionen umzusetzen). Wenn Sie noch nicht an Bord sind, verpassen Sie nicht den Zug – treten Sie bei (
Jetzt Mitglied werden) und stellen Sie sicher, dass Sie sich mit mir verbinden (
www.linkedin.com/in/justincooper99) sobald Sie mit von der Partie sind!
Der obige Artikel wurde am 20. Oktober 2009 auf der World Leasing News Internetseite veröffentlicht und wurde vom CHP Direktor Justin Cooper verfasst.